Räucherkunde
"Draußen wird es rasch dunkel. Der Nebel legt sich übers Land.
Hinter den Wolken leuchtet der Vollmond hervor. Es ist Herbst und die kühle Luft erfrischt meinen Körper. Ich denke unweigerlich daran, dass bald wieder die Raunächte nahen und die Magie dieser besonderen Zeit mich wieder in seinen Bann zieht.
Stille und Einkehr fordern zum Genießen, Nachdenken, nach innen lauschen,
Ordnung schaffen, neu ausrichten, Planen und Visionieren auf.
Altes darf abgeschlossen werden, damit Neues seinen Platz bekommen kann.
Bald zieht Frau Percht übers Land, um die Herzen der Menschen zu prüfen und daran zu erinnern, dass im Inneren eines jeden Menschen der göttliche Funken wohnt."
Schon in alten Zeiten wurde dieser Abschnitt des Jahres mit dem Duft frisch verräucherter Kräuter, Wurzeln, Früchte und Harze begleitet.
Damit sollte alles, was den Menschen Unbehagen bereitete, gereinigt und beseitigt werden.
Räuchern wurde schon immer als Reinigungs- und Schutzritual durchgeführt.
Auch bei besonderen Anlässen, Festlichkeiten, wichtigen Entscheidungen und Lebensübergängen wie Geburten, Hochzeiten, Krankheit und Tod stellte der aufsteigende Rauch die Verbindung zu der göttlichen Welt her.


So wurden Wünsche, Gebete und Segenssprüche auf den Weg geschickt, in der Hoffnung, dass die Menschen dadurch Unterstützung erfahren würden. Die verräucherten Pflanzen und Harze sollten die Gesundheit von Mensch und Tier fördern und das Haus vor ungebetenen Gästen und unsichtbaren Wesen behüten.
Neben der immer besser untersuchten grobstofflichen Wirkung verschiedener Heilkräuter, hat mich die feinstoffliche Komponente einer Pflanze schon immer fasziniert.
Beim Verräuchern einer Pflanze wird sowohl der grobstoffliche Effekt wie Keimhemmung und Desinfektion der Raumluft als auch energetische Einflüsse wie die Förderung der Entspannungsfähigkeit und die Verbesserung der Stimmungslage genutzt.
Dabei kann man besonders gut in die Welt der Pflanzenseelen und deren Wirkweise eintauchen.


Ich liebe Geschichten aus vergangenen Zeiten, die darüber erzählen, wie die Menschen damals die Raunächte erlebt und gestaltet haben, wie sie ihre körperliche und seelische Gesundheit durch verschiedene Räucheranwendungen gestärkt haben und welche Pflanzen wofür verwendet wurden.
Die Zeit der Raunächte ist für mich eine besondere Zeit, die zu mehr Ruhe und Entschleunigung einlädt.
Räuchern kann dabei ein hilfreiches Ritual sein, das dich wieder mit dir selbst in Verbindung bringt.
Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, vor und auch während der Raunächte im Kreis von Räucherbegeisterten von dem alten Brauchtum, verschiedenen Räuchertechniken und -ritualen und den Pflanzenwesen zu erzählen.
Kombiniert mit Gesundheitsanwendungen, Entspannungs- und Meditationstechniken, Yoga und Reflexion gestalte ich abwechslungsreiche Angebote, die den Raum und ausreichend Zeit bieten, in die Energie der 12 Raunächte einzutauchen und den Zauber besonderen Zeit zwischen den Jahren spüren und genießen zu können.

